Vom Pflegebett ins Weltall – Virtual Reality in der Pflege
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Digitalgesund

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Die FördiKolumne


Wir, Marcel Scharf und Tobias Krepart, sind die Gründer der FördiKo GmbH mit Sitz in Münster. Wir schulen mit unserem Team, insbesondere SeniorInnen sowie Menschen mit Behinderung im Umgang mit dem Internet und mit digitaler Technik, wie z.B. dem Handy, Smartphone oder Tablet. Wir bieten allen Interessierten offene Sprechstunden (Hausbesuche) bei individuellen Fragen z.B. zum Smartphone, Tablet, PC/Laptop, Smart-TV, Drucker usw.

Vom Pflegebett ins Weltall – Virtual Reality in der Pflege

Für gesunde, mobile Menschen ist das Reisen oft eine Selbstverständlichkeit. Die verunsichernden Anfangsjahre der Covid-19-Pandemie haben vielen Menschen bewusst gemacht, wie wichtig es für die eigene geistige Gesundheit sein kann, andere Orte zu sehen und nicht immer nur die gleichen vier Wände anzustarren. Was aber, wenn man körperlich nicht mehr zum Reisen in der Lage ist? Für viele pflegebedürftige und immobile Menschen ist das, was für uns während der Lockdowns zur Zerreißprobe wurde, bereits eine jahrelange Realität, die sich auch nicht durch Lockerungsmaßnahmen ändern wird.

Der Fortschritt der Technik erlaubt es Menschen heute jedoch, virtuell an andere Orte zu „reisen“ – mithilfe von Virtual-Realiy-Technologie: eine Brille, durch die 3D-Simulationen und 360° -Videos von den Sehenden wie ein räumliches Erlebnis wahrgenommen werden. Das können beispielsweise Videos von Städten, Elefanten in der Savanne, ein Besuch auf der ISS-Raumstation oder ein Tauchgang mit Mantas sein.

In Modellprojekten hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, diese neue Technologie auch im Gesundheits- und Pflegebereich zu etablieren, da sie eine mobilisierende, stimulierende und zugleich entspannende Wirkung für die Menschen haben kann:

„Die virtuellen Ausflüge mit der VR-Brille waren eine Bereicherung des Alltags der Bewohner. Der Großteil wurde viel aktiver, gesprächiger und in den Bewegungsabläufen besser.“
(Susanne Forkel, AWO Seniorenzentrum Rödental)

In Gruppen- oder Einzelangeboten wurde Pflegeheimbewohner*innen mit professioneller Begleitung die Möglichkeit gegeben, sich barrierearm und in ihrem Tempo mit der Technologie vertraut zu machen. Dafür wurde der Befestigungsgurt an der Brille entfernt, so dass Bewohnende zu jeder Zeit abbrechen konnten. Zusätzlich wurde das Gesehene auf eine Leinwand übertragen, damit Pflegende und andere Bewohner*innen das virtuelle Erlebnis verfolgen konnten.

„Für mich ist das wieder ein kleines weiteres Mosaikbausteinchen, den Senioren die Scheu vor der digitalen Welt zu nehmen.“ (Beate Speyerer, Seniorenbüro Stadt Rödental)

Besonders hervorzuheben ist die verstärkte Mobilisierung und Stimulierung durch die VR-Erlebnisse: Bewohner*innen, die sonst eher passiv und unbeweglich sind, zeigten zum Teil:

„Eine deutlich bessere Bewegung im oberen Körperbereich durch das Umherschauen mit der Brille.
Auch die Mimik war entspannter als im Alltag.“ (Susanne Forkel)

Außerdem regte das Erlebnis Menschen an, sich über das Gesehene auszutauschen, die sonst eher wortkarger waren: Sie unterhielten sich mit anderen Bewohner*innen über das Gesehene oder berichteten im Anschluss ihren Angehörigen davon.

„Als weiteren großen Plus-Punkt sehe ich das sofortige emotionale Feedback der Bewohner,
also den Wow-Effekt vom Erlebnis, direkt im Bild zu sein – quasi ein Teil davon.“
(Christopher Schücker, Leitung Sozialer Dienst, Lengerich)

Durch mit einer 360°-Kamera aufgenommenen Videos von bekannten, regionalen Orten wie z. B. dem früher oft besuchten Wochenmarkt oder Heimataufnahmen (auch für ausländische Bewohner*innen) können noch weitere Potentiale genutzt und Reisen an Orte ermöglicht werden, die für die Nutzer*innen nicht mehr zugänglich sind. Wie auch bei anderen neuartigen Angeboten, gibt es auch beim Thema Virtual Reality Menschen, die generell zurückhaltender sind oder sich durch Demenz oder zu starke Seheinschränkungen nicht auf die Technologie einlassen können. Daher ist es notwendig, den ersten Kontakt so barrierearm und angenehm wie möglich zu gestalten. Um Menschen an die Möglichkeiten der Virtual Reality heranzuführen und auch immobilen Menschen eine Abwechslung von den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, kann professionelle Hilfe, die selbstsicher und technikbegeistert auftritt, in Anspruch genommen werden.

Euer Team von FördiKo

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