Der Abschluss der Begleiterhebung – was sagen die Zahlen?
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CANNA KOLUMNA

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Neues aus der Jägerstraße


Wenn es um cannabis-basierte Therapien geht, gibt es noch sehr viele ungeklärte Themen und Neuland. Cannabis hat einen hohen medizinischen Wert. Das wussten die Menschen schon vor Tausenden von Jahren. Trotz regulatorischer Hürden der letzten 60 Jahre bestätigt die Forschung dies immer wieder. Vayamed, ein pharmazeutisches Unternehmen aus Berlin, will mehr Klarheit schaffen. Freuen Sie sich deshalb auf die kommende, regelmäßige Cannabis-Kolumne hier beim Marktplatz der Gesundheit!

Der Abschluss der Begleiterhebung – was sagen die Zahlen?

Sechs Monate nach Abschluss der Begleiterhebung schauen wir auf die Auswertung der Ergebnisse durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und welche Aussagen sich daraus ableiten lassen.

Vor nun mehr als fünf Jahren legalisierte die damalige Bundesregierung die Verschreibung von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Dies wurde jedoch an einige Voraussetzungen geknüpft. Unter anderem fiel darunter, dass verordnende Mediziner:innen eine sogenannte Begleiterhebung für Patient:innen ausfüllen müssen, wenn über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden sollte.

Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Begleiterhebung? 

Die Begleituntersuchung wurde zwischen April 2017 und März 2022 durchgeführt und es handelt sich hierbei um die Sammlung von anonymisierten Daten, die von Ärzt:innen an das BfArM übermittelt wurden. Während der gesamten Erhebungsdauer wurden 21.000 Datensätze an das BfArM übermittelt, von denen 16.809 ausgewertet werden konnten. 

Für die Begleiterhebung wurden vier große Kernziele definiert. Diese lauten: 

  • Grundlage für den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), um die zukünftige Übernahme der Behandlungskosten im Rahmen einer CAM-Therapie nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) V zu regeln
  • Monitoring von Nebenwirkungen und Verträglichkeit
  • Abschätzung der Häufigkeitsverteilung von Indikationen, die eine Behandlung mit CAM begründen
  • Grundlage für die Planung klinischer Studien

Im Rahmen der Erhebung wurden dazu verschiedene Parameter, wie bspw. Alter und Geschlecht, sowie Diagnosen, bisherige Therapien und Symptome, die eine Behandlung mit einem CAM begründen, erfasst. Weiterhin wurden Angaben zur Fachrichtung des oder der verschreibenden Mediziner:in, zur Beschreibung des verordneten CAM und zum Therapieerfolg geliefert. Hieraus konnten in den vergangenen Wochen einige Aussagen ermittelt werden.

Charakteristika der behandelten Patient:innen

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Außerdem konnte festgestellt werden, dass die behandelten Patient:innen vor ihrer Cannabis-Therapie im Schnitt bereits acht Jahre aufgrund der bestehenden Symptomatik behandelt worden waren. Durchschnittlich waren sie 57 Jahre alt und zu 54 % weiblich. Eine Ausnahme bildeten die Cannabis-blüten-Patient:innen: Hier waren 67,4 % männlich und das Durchschnittsalter lag bei ca. 45,5 Jahren.

 

Die Fachrichtungen der behandelnden Mediziner:innen

52,5 % der Daten kamen von Anästhesiolog:innen, Allgemeinmediziner:innen lieferten 15 %, gefolgt von Neurolog:innen mit 12,7 %. Die innere Medizin lieferte 8,4 % der erhobenen Datensätze und die rehabilitative Medizin 4 %. Anästhesist:innen verschrieben hierbei bevorzugt Cannabisextrakte, während Allgemeinmediziner:innen überdurchschnittlich häufig zur Verschreibung von Cannabisblüten neigten.

Die Wahl der verschiedenen Applikationsformen

Die unterschiedlichen Applikationsformen wurden getrennt voneinander ausgewertet. Cannabisblüten stehen im Vergleich zu anderen CAM deutlich hervor. Insgesamt sind die Ergebnisse der Begleiterhebung für alle CAM, mit Ausnahme von Cannabisblüten, ähnlich. Tatsächlich werden Cannabisblüten jüngeren, männlichen Patienten und häufiger für andere als die oben genannten häufigsten Symptome verschrieben (z. B. ADHS, entzündliche Darmkrankheiten oder Tic-Störungen). Außerdem berichten Blütenpatient:innen über einen höheren Therapieerfolg und weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen CAM.

Welche Cannabisarzneimittel wurden verschrieben?

Am häufigsten wurde Dronabinol verordnet. In Summe waren es 62,2 % aller CAM-Verschreibungen. Hiervon gefolgt waren Cannabisblüten mit 16,5 % vertreten. Sativex stand mit 13 % an dritter Stelle und abschließend folgten Extrakte mit 8 %. Nabilon wurde im Rahmen der Begleiterhebung kaum verschrieben. Im Verlauf der Begleiterhebung konnte eine zunehmende Tendenz bei den Extraktverordnungen beobachtet werden. Tatsächlich ist der Anteil siebenfach höher als im Jahr 2019.

Welche Symptome wurden am häufigsten mit CAM behandelt?

Zu den häufigsten Symptomen zählen:
– Chronische Schmerzen
– Spastiken
– Multiple Sklerose
– Anorexie, Wasting
– Übelkeit und Erbrechen

Bei 14,5 % der behandelten Patient:innen lag eine Tumorerkrankung vor.
70% sprachen von einer Verbesserung von Lebensqualität und Symptomatik. Bei den verschriebenen Blüten berichteten sogar 90% der Patient:innen von einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik.

Ausblick

Die Begleiterhebung bietet also interessante Einblicke in die letzten fünf Jahre seit der Legalisierung von Cannabisarzneimitteln im Jahr 2017 – und wirft gleichzeitig einige Fragen auf. Das BfArM besteht ausdrücklich auf der Notwendigkeit zur Durchführung weiterer klinischer Studien, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabisarzneimitteln zu überprüfen. Darüber hinaus werfen die Ergebnisse einige Punkte auf, die ebenfalls weiterer Untersuchungen bedürfen, wie z. B. die potenzielle Reduzierung von Opioiden durch die Gabe von Cannabisarzneimitteln oder die Möglichkeit geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Funktionalität des Endocannabinoidsystems.

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