Cannabinoide in der Fibromyalgie-Therapie
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CANNA KOLUMNA

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Neues aus der Jägerstraße


Wenn es um cannabis-basierte Therapien geht, gibt es noch sehr viele ungeklärte Themen und Neuland. Cannabis hat einen hohen medizinischen Wert. Das wussten die Menschen schon vor Tausenden von Jahren. Trotz regulatorischer Hürden der letzten 60 Jahre bestätigt die Forschung dies immer wieder. Vayamed, ein pharmazeutisches Unternehmen aus Berlin, will mehr Klarheit schaffen. Freuen Sie sich deshalb auf die kommende, regelmäßige Cannabis-Kolumne hier beim Marktplatz der Gesundheit!

Cannabinoide in der Fibromyalgie-Therapie

Fibromyalgie (Muskelfaserschmerz) oder auch als generalisierte Tendomyopathie bekannt, ist eine komplexe und oft rätselhafte Erkrankung, die nicht nur physische, sondern auch psychische Belastungen mit sich bringt. Die Herausforderung bei der Diagnose liegt nicht nur in der Identifikation der Erkrankung, sondern auch in ihrer heterogenen Natur. Doch neueste Entwicklungen und Forschungsergebnisse weisen auf einen vielversprechenden Ansatz hin, der das Potenzial hat, das Schicksal von Menschen mit Fibromyalgie zu verbessern: Cannabinoide.

Allen FMS-Patient:innen gemein ist das Auftreten diffuser chronischer Schmerzen in mehreren Körperregionen, die nicht direkt auf physiologische Schmerzprozesse in den betroffenen Regionen zurückgeführt werden können. FMS-Patient:innen beschreiben die Schmerzen oft wie Muskelkater oder als wandernden Schmerz. Sie sind häufig von einer hohen Schmerzintensität betroffen. Hinter der scheinbaren Einheitlichkeit des Begriffes Fibromyalgie verbirgt sich jedoch eine Vielzahl von Facetten.

Fibromyalgie tritt selten allein auf, oft geht sie mit anderen funktionellen und psychischen Störungen einher. Von Reizdarm über Spannungskopfschmerz bis hin zur temporomandibulären Störung reicht das Spektrum. Psychische Störungen wie Angst, Depression und posttraumatische Belastungsstörung sind ebenfalls häufige Begleiter dieser Erkrankung. Neben weiteren Faktoren können psychischer oder sozialer Stress und physische oder psychische Überlastung zu einer Schmerzverstärkung beitragen. Die starken Schmerzen, die emotionale Belastung und die häufig auftretende Begleitsymptomatik schränken FMS-Patient:innen in ihrer Teilnahme am täglichen Leben oftmals ein. 

Komplexe Diagnose bei heterogenen Krankheitsbild

Mit der jüngsten Aktualisierung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), hier konkret des ICD-11, wird die Fibromyalgie nicht mehr als eigener diagnostischer Code aufgeführt, sondern fällt unter die Kategorie „chronisch ausgedehntes Schmerzsyndrom mit primären Schmerzzuständen“. Die Bedeutung psychischer und sozialer Faktoren wird dabei hervorgehoben, was eine ganzheitliche Herangehensweise an die Behandlung nahelegt.

Die Kriterien nach ICD-11 unterstreichen die Herausforderungen bei der Diagnose von Fibromyalgie. Diffuse Schmerzen in verschiedenen Körperquadranten und Regionen, in Verbindung mit emotionaler Belastung oder Beeinträchtigungen im täglichen Leben, machen die Abgrenzung zu anderen chronischen Schmerzerkrankungen essenziell. Der zeitliche Verlauf variiert von Patient zu Patient, wobei einige bereits in der Kindheit von Schmerzen betroffen sind. Die Schmerzqualität ist ebenso vielfältig wie die Einflussfaktoren, zu denen psychischer und sozialer Stress, Überlastung und sogar Witterungsbedingungen gehören.

Abgestufte Ansätze in der Therapie

Bei der Behandlung der Fibromyalgie wird i.d.R. eine abgestufte Vorgehensweise entsprechend des Schweregrades der Erkrankung gewählt. Medikamentöse Therapien sind hier nicht immer das Mittel der Wahl, insbesondere bei Langzeitbehandlungen werden nichtmedikamentöse Therapien bevorzugt. Besonders bei Vorliegen psychischer Begleiterkrankungen oder nicht gut angepasster Schmerzbewältigung sind psychotherapeutische Verfahren indiziert. Bei schweren Verläufen kann eine stationäre multimodale Therapie in spezialisierten Einrichtungen erwogen werden.

In diesem komplexen Therapieumfeld taucht nun die Frage nach Cannabinoiden auf. Die S3-Leitlinie zu Fibromyalgie gibt klare Empfehlungen ab und weist für medikamentöse Verfahren wie muskelrelaxierenden Medikamenten, nichtsteroidalen Antirheumatika und insbesondere bei starken Opioiden darauf hin, dass sie nur mit Begründung bei (im Falle der starken Opioide sehr) wenigen Patient:innen eingesetzt werden sollten. Auch die Anwendung von Cannabinoidbasierten Arzneimitteln sollte nur begründet stattfinden. Diese rücken jedoch immer stärker in den Fokus. 

Neue Behandlungsansätze notwendig

Professor Winfried Häuser, ein Experte auf dem Gebiet der Fibromyalgie, betont die Notwendigkeit neuer Behandlungsansätze. Er hebt hervor, dass es einen Bedarf an Medikamenten mit einem anderen Wirkungsprofil als Antidepressiva und Antikonvulsiva gibt. Er sieht cannabis-basierte Arzneimittel als eine vielversprechende Option, da sie ein anderes Wirkungsprofil als herkömmliche Medikamente haben. Die beiden Hauptkomponenten, Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), zeigen nicht nur analgetische, sondern auch schlafanstoßende und möglicherweise entzündungshemmende Wirkungen. Obwohl noch weitere Forschung notwendig ist, könnten cannabis-basierte Arzneimittel eine dringend benötigte Alternative für Patient:innen mit Fibromyalgie darstellen.

In einer Zeit, in der die herkömmlichen Therapieoptionen begrenzt sind, eröffnen Cannabinoide eine vielversprechende Perspektive für Menschen, die unter den Herausforderungen der Fibromyalgie leiden. Die Evidenz mag zwar noch begrenzt sein, aber die Hoffnung auf wirksame und gut verträgliche Therapien leuchtet am Horizont dieser oft rätselhaften Erkrankung.

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Die Liste der Medikamente, die in randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigten oder in weiteren Studien nicht getestet wurden, ist lang. Kleine RCTs mit Nabilon, einem synthetischen THC-Analogon, waren nach den Kriterien evidenzbasierter Medizin nicht überzeugend. Dennoch belegen Fallserien bei einzelnen Patienten eine relevante Reduktion von Schmerzen, innerer Anspannung und Schlafstörungen. Wie bei den etablierten Medikamenten liegen aktuell keine Variablen vor, die ein Ansprechen auf die Therapie vorhersagen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung und die Komplexität der Fibromyalgie als Erkrankung.

Alternativen und neue Ansätze

In einer Zeit, in der die Patient:innen nach Alternativen suchen und die medizinische Gemeinschaft nach neuen Ansätzen sucht, um den Bedürfnissen von Menschen mit Fibromyalgie gerecht zu werden, stehen Cannabinoide als vielversprechende Option im Raum. Obwohl weitere Forschung notwendig ist und die evidenzbasierte Medizin ihre Anforderungen hat, könnte dieser innovative Ansatz eine dringend benötigte Hoffnung für diejenigen sein, die mit den vielfältigen Herausforderungen der Fibromyalgie konfrontiert sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese vielversprechenden Entwicklungen in der Praxis bewähren und welche Rolle Cannabinoide in der Zukunft des Fibromyalgie-Management spielen werden.

Wir hoffen, Ihnen hat die neue Canna Kolumna wieder einmal gefallen. Wir halten Sie auf dem Laufenden – jeden Monat neu, hier beim Marktplatz der Gesundheit.

Bis zum nächsten Mal,

Ihre Expert:innen aus der Jägerstraße!

 

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